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Wartung · Archive

Archiv-Wiederherstellung: Metadaten vor Dateien. Ohne Berechtigungen funktioniert kein Archiv.

Nach einem Storage-Ausfall sind die Rohdaten wiederherstellbar, doch die Struktur muss rekonstruiert werden: ACLs, erweiterte Attribute, Links, Verzeichnisstruktur, Ownership. Ein Dokumentenarchiv ohne korrekte Metadaten ist kein funktionierendes Archiv — es ist eine Ansammlung von Dateien. Wir arbeiten an dem Teil des Recovery, der meist vernachlässigt wird.

Das oft übersehene Problem

Dateien zurückzuholen genügt nicht.

Auf Fileservern, in Dokumentenarchiven und in Dokumentenmanagement-Systemen ist die Struktur um die Dateien herum genauso kritisch wie die Dateien selbst:

  • Windows-NTFS-ACLs oder POSIX-ACLs unter Linux: wer was lesen und schreiben darf.
  • Erweiterte Attribute: Klassifizierung, Tags, Metadaten einzelner Anwendungen.
  • Ownership: die Zuordnung zwischen Datei und Systembenutzer bzw. -gruppe.
  • Timestamps: Erstellung, Änderung, Zugriff — häufig Grundlage interner Audits.
  • Symbolische Links und Hardlinks: Beziehungen zwischen Dateien, für viele Anwendungen unverzichtbar.
  • Verzeichnisstruktur: eine Hierarchie, die Geschäftsprozesse abbildet.

Ein „schnelles“ Recovery, das nur die Bytes rettet, diese Metadaten aber verliert, hinterlässt ein Archiv, das unbrauchbar bleibt, bis die Arbeit von Hand nachgeholt wird.

Wann wir eingreifen

Typische Szenarien.

  • Nach einem RAID-Recovery: im Anschluss an die Datenrettung auf Byte-Ebene folgt die Rekonstruktion der Metadaten.
  • Fileserver-Migration zwischen Systemen: originalgetreue Übernahme von ACLs, Ownership und Timestamps.
  • Behobene Filesystem-Korruption: Wiederherstellung der Filesystem-Logik über die Wiederherstellung der einzelnen Dateien hinaus.
  • Integration mit dem DMS (Dokumentenmanagement): Abgleich zwischen Filesystem-Metadaten und Anwendungsmetadaten.
Was es NICHT ist

Keine „Indexierung“ und keine Datenerfassung.

Zur Klarheit über den Leistungsumfang: Wir erfassen keine Dokumente manuell, führen kein OCR auf Scans aus und bauen keine anwendungsseitigen Taxonomien auf. Unser Bereich ist die Ebene von Filesystem und Infrastruktur: die Struktur, mit der das Betriebssystem Dateien organisiert und schützt. Für anwendungsseitige Rekonstruktionen braucht es einen spezialisierten DMS-/ECM-Partner.

FAQ

Die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden.

Werden Metadaten immer zusammen mit den Dateien wiederhergestellt?

Wenn das Recovery sauber auf Filesystem-Ebene erfolgt, ja — das ist unser Standard. Läuft das Recovery im „Carving“-Modus (Extraktion der Dateien aus dem Rohmaterial ohne Rekonstruktion der Struktur, typisch für katastrophale Szenarien), müssen die Metadaten in einem zweiten Durchgang rekonstruiert werden. Häufig lassen sie sich aus Teilbackups, aus Anwendungslogs oder aus verwandten Quellen gewinnen.

Lassen sich auch sehr komplexe Windows-NTFS-ACLs wiederherstellen?

Ja, sofern das Filesystem auf logischer Ebene wiederherstellbar ist. Die NTFS-ACL-Struktur (DACL, SACL, Owner, SID) bleibt erhalten. Hat sich die Active-Directory-Domäne zwischen Ausfall und Recovery verändert (deaktivierte Benutzer, geänderte SID-History), kann ein Mapping der alten SIDs auf die neuen nötig werden — das erledigen wir mit eigenen Skripten.

Machen Sie das auch auf NAS von Synology/QNAP?

Ja. NAS-Systeme von Synology (Btrfs/ext4) und QNAP (Btrfs/ZFS/ext4) haben eigene ACL- und Berechtigungsmodelle sowie eigene Administrationswerkzeuge. Wir arbeiten auf dem nativen Filesystem und erhalten dabei ACLs und die ursprünglichen Sharing-Schemata.