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Datenrettung · RAID 10

RAID 10: Striping von Mirrors. Schnelles Recovery, solange der Ausfall nicht beide Seiten eines Mirrors trifft.

RAID 10 (1+0) verteilt die Daten im Stripe über mehrere Mirrors: Es toleriert zahlreiche Ausfälle, solange nicht beide Platten desselben Mirror Sets betroffen sind. Tritt genau das ein — ein Doppelausfall im selben Mirror —, gilt das Array als failed, das Recovery bleibt aber über die intakte Seite der verbliebenen Mirrors möglich.

Die Topologie

Mirror Sets + Stripe.

RAID 10 = N gespiegelte Plattenpaare, über die gestript wird. Beispiel mit 4 Platten: D1 spiegelt D2 (Mirror Set A), D3 spiegelt D4 (Mirror Set B). Die Daten werden im Stripe zwischen A und B verteilt.

Toleranz: D1 und D3 können ausfallen (je eine Platte pro Mirror Set), das Array läuft weiter. Fallen D1 und D2 aus (beide Seiten desselben Mirrors), fällt das Array aus.

Was wir tun

Recovery über die intakte Seite + Rekonstruktion des Stripe.

  • Identifikation des betroffenen Mirror Sets: über die Controller-Metadaten, die Seriennummern der Platten und die dokumentierte physische Reihenfolge.
  • Physisches Recovery mindestens einer der beiden Platten des ausgefallenen Mirror Sets, sofern möglich.
  • Rekonstruktion des Stripe: mit dem — auch nur teilweise — wiederhergestellten Mirror Set folgt das Recovery des gesamten Stripe.
Wann es schneller geht

Ein einzelner Plattenausfall blockiert den Stripe nicht.

Trifft der Ausfall nur eine Seite eines Mirrors, läuft das Array degraded, aber betriebsbereit weiter. Austausch der defekten Platte und Rebuild des Mirrors laufen linear ab, ohne destruktives Recovery. Deshalb ist das Recovery bei RAID 10 typischerweise schneller als bei RAID 5/6 — sofern das Ausfallmuster günstig bleibt.

FAQ

Die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden.

Lohnt sich RAID 10 gegenüber RAID 5/6 bei der Performance?

RAID 10 bietet typischerweise die höhere Schreibperformance (keine Paritätsberechnung), kostet aber Kapazität: nur 50 % der Bruttokapazität bleiben nutzbar. Bei write-intensiven Workloads (Datenbanken, Virtualisierung) ist es oft die richtige Wahl. RAID 5/6 hat weniger Overhead und mehr nutzbare Kapazität, dafür eine höhere Schreibpenalty. Die Entscheidung hängt vom Lese-/Schreibverhältnis ab.

Doppelausfall in verschiedenen Mirror Sets: sind die Daten sicher?

Ja, RAID 10 toleriert theoretisch N-1 Ausfälle (bei einem Array aus N Mirrors), solange in jedem Mirror Set mindestens eine Seite erhalten bleibt. Der eigentliche Point of Failure ist der Doppelausfall im selben Mirror Set.